Hauptinhalt

SOLARTEUR, ein neues, zukunftorientiertes Berufsbild

Solarteur-Logo 
 


Sie stehen hinter den neuen Berufsbildern. (Von links) Edwin Daniel (Koordinator der Ausbildungskurse), Hartwig Gerstgrasser (Direktor der Landesberufsschule Luis Zuegg Meran), Michael von Bock und Polach (Hauptgeschäftsführer des ZVSHK (Zentralverband Sanitär, Heizung, Klima St. Augustin/Bonn), Reinhard Ambach (Obmann der Berufsgemeinschaft der Intallateure), Bruno Covi (LVH-Vizepräsident), Martin Stieger (Leiter der Koordinationsstelle für berufliche Weiterbildung).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sie stehen hinter den neuen Berufsbildern. (Von links) Edwin Daniel (Koordinator der Ausbildungskurse), Hartwig Gerstgrasser (Direktor der Landesberufsschule Luis Zuegg Meran), Michael von Bock und Polach (Hauptgeschäftsführer des ZVSHK (Zentralverband Sanitär, Heizung, Klima St. Augustin/Bonn), Reinhard Ambach (Obmann der Berufsgemeinschaft der Intallateure), Bruno Covi (LVH-Vizepräsident), Martin Stieger (Leiter der Koordinationsstelle für berufliche Weiterbildung).

Inzwischen taucht das Wort auch in Südtirol immer wieder auf:
„Solarteur", eine Bezeichnung, die nicht von ungefähr Assoziationen an „Sonne" weckt.
Es handelt sich dabei nämlich um einen geschützten Titel, der seinen Träger als Experten für Solartechnik und erneuerbare Energie ausweist.
Die Landesberufsschule Luis Zuegg in Meran ist italienweit die einzige, die nach dem Besuch des Solarteurkurses im Ausmaß von 730 Stunden diesen zertifizierten Titel verleiht.

Qualifikationen

Zu den Aufgabenbereichen eines Solarteurs gehört das Planen, Berechnen, Installieren und Warten der verschiedenen alternativen, umweltentlastenden Energieanlagen (Solar-, Photovoltaik-, Wärmepumpen-, Biomasse-,Brennstoffzellensolare Kühl- und Wohnraumlüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung).

Ein weiterer Schwerpunkt ist das Beraten der Kunden, damit diese sich für eine optimale Lösung zur Energiegewinnung entscheiden können.
Zudem beherrscht er die Passivhaustechnologie, die Elektro-, Mess-, Gebäudeleit- sowie die Steuer- und Regelungstechnik.

Zu den Unterrichtsfächern gehören aber auch Konfliktpsychologie, Verkaufs- und Beratungspsychologie, verbale und nonverbale Kommunikation, Persönlichkeitsbildung, Rhetorik und Argumentationstechniken, Zeitmanagement und betriebswirtschaftliche Grundlagen ...


Die Ausbildung

Initiator und Koordinator der Solarteur-Kurse in Meran ist der Berufsschullehrer Edwin Daniel. Er ist überzeugt, dass erneuerbaren Energien die Zukunft gehört. „Gerade der sich rasch entwickelnde Solartechnikmarkt verlangt aber umfassendes Fachwissen, um ein optimales Funktionieren der Anlagen zu garantieren", erklärt er.
„Aber leider gab es nur Kurse einzelner Hersteller, die nicht das nötige, breitgefächerte Können vermitteln, sondern meist nur produktbezogen sind."
Für ihn kann eine Professionalisierung der Solartechnik nur berufsübergreifend und über einheitliche Ausbildungsstandards gewährleistet werden.

Deshalb erarbeitete er ein eigenes Ausbildungskonzept und initiierte den Anschluss an die Solarteurschulen.
13 davon wurden seit 1996 im Rahmen des Leonardo-Projektes der EU eröffnet, weltweit existieren inzwischen 20.
„Unsere Ausbildung ist berufsübergreifend, wir bilden Heizungs- und Sanitärinstallateure sowie Heizungsplaner zu Solarenergie-Experten aus, die unter anderem auch in Elektro- und Kältetechnik fundiertes Wissen erhalten", erklärt Daniel.

Das Konzept beruht auf insgesamt 23 Fachmodulen, von denen jedes mit einer Prüfung abgeschlossen wird. „Wir haben die ganze alternative Energie auf dem Unterrichtsplan", erklärt Daniel „von der Photovoltaik über Wärmepumpentechnologie bis zur solaren Kühlung und der Brennstoffzellentechnologie."

Dass dazu auch Kenntnisse in Elektrotechnik oder Bauphysik notwendig sind, ist selbstverständlich.
Angestrebt wird beim Unterricht ein möglichst hohes Fachniveau.
Die Referenten kommen aus dem In- und Ausland, auch Universitätsprofessoren sind darunter.
Außerdem erfolgt ein Teil der Ausbildung im Ausland, da es in Südtirol keine den Erfordernissen entsprechenden Labors gibt.

So werden im Rahmen von Exkursionen Institute und Fachhochschulen besucht wie etwa das Bildungszentrum für Solarenergie in München (Photovoltaik), das WBZU (Brennstoffzelle) in Ulm, das Passivhausinstitut Dr. Feist in Darmstadt, die Kältetechnikerschule in Maintal oder die Fachhochschule für Technik in Stuttgart (Solare Kühlung).

Weltweit gibt es inzwischen an die 3000 Solarteure, 39 davon in Südtirol - ganz nach dem Motto: „Qualität statt Quantität".

 


Vernetzungen

Edwin Daniel hat inzwischen 65 Kurse mit 1200 erwachsenen Teilnehmern und rund 1500 Lehrlingen organisiert - auch Meisterkurse oder die Ausbildung zum Servicetechniker. Dabei freut es ihn natürlich, wenn „Techniker gerne herkommen, aber auch Oberschulabgänger Möglichkeiten zur Spezialisierung finden".

Entstanden ist so ein „Netzwerk an Ausbildungsmaßnahmen" wie es Hartwig Gerstgrasser, der Direktor der Meraner Berufsschule, beschreibt. „Die Kurse und Schulungen greifen ineinander. Die Ausbildungen zum Solarteur, zum Meister und zum SHK-Kundendiensttechniker ergänzen einander bzw. sind teilweise kombinierbar."

Einziger Wermutstropfen: Noch werden die Absolventen der anspruchsvollen Meisterkurse nicht zu Wettbewerben für bestimmte Positionen zugelassen, die Matura ist Voraussetzung. Rückblickend meint Daniel: „Es war ein harter Weg, weil das vernetzte Denken noch nicht ausreichend vorhanden war. Aber es ist auch toll, wie viel man bewegen kann." Und die aktuelle Öl- und Gaspreis-Entwicklung gibt seiner Philosophie natürlich Recht: „Statt unter Riesenaufwand Pipelines zu bauen und unsere Abhängigkeit ständig zu verstärken, sollten wir doch die Energie im Land gekonnt nutzen."

 


Absolvent Walter Soligo

SOLARTEUR-Absolvent Walter Soligo aus Terlan

Einer der Absolventen der Südtiroler Solarteurkurse war Walter Soligo aus Terlan. Für den Heizungs- und Sanitärinstallateur war schon seit jeher klar, dass Weiterbildung in seiner Sparte ganz wesentlich ist. „Und wenn man einmal anfängt, dann macht man immer mehr", erinnert er sich.

So hat er zwischen 2001 und 2005 gleich alle drei Ausbildungsmodule absolviert, hat den Meister erlangt und gleichzeitig die Zertifizierung als Servicetechniker und Solarteur.

„Zwölf oder 13 Prüfungen waren zwischen Jänner und Juni 2005 zu bewältigen", erzählt Soligo, „und alle Prüfungen am Ende der verschiedenen Module mussten bestanden werden, um dann die letzte, modulübergreifende ablegen zu können."
Kein geringer Aufwand für einen Berufstätigen. Für ihn persönlich hat sich die Rückkehr auf die Schulbank aber auf alle Fälle gelohnt. Der Kurs hat ihn in seiner Überzeugung bestärkt, privat und vor allem beruflich auf erneuerbare Energien zu setzen, er hat „in diese Richtung noch einmal einen richtigen Motivationsschub bekommen".

Und natürlich auch einen geschützten Titel, der ihn als Experten für erneuerbare Energie ausweist.
Beruflich hat er sich nun auf „flammenlose Energie" spezialisiert. Und wenn durch bauliche und örtliche Gegebenheiten deren Einsatz nicht möglich ist, kommt für ihn nur Biomasse als Alternative in Frage.
Denn er ist überzeugt, „dass wir die Welt unseren Kindern schon so hinterlassen sollten, wie wir sie vorgefunden haben".

 


Trends

„Im Moment ist bei uns in Südtirol Photovoltaik sicher sehr wichtig", erklärt Soligo.
Seit einem Jahr wird nämlich die Einspeisung von privat produziertem Strom ins örtliche Stromnetz gewährt - zu einem Vorzugspreis.
Es gibt natürlich noch eine gewisse Skepsis gegenüber dieser Technik, und genaueste Planung und Berechnung sind nötig.Stark im Kommen ist für den Fachmann außerdem die Solarthermie.
Ein Grund dafür sind sicher die hohen Energiepreise, die Alternativen interessant machen und zu Steigerungsraten in diesem Bereich führten. Ein weiterer Faktor ist aber auch die technische Weiterentwicklung: „Inzwischen ist auch solarmodulare Kühlung möglich", betont Soligo, „und es tun sich neue Wege auf: Früher gab es bei teilsolaren Heizungen im Sommer einen Riesenüberschuss durch die höchste Sonneneinstrahlung und den geringsten Verbrauch.
Jetzt lässt sich damit im Winter heizen und im Sommer kühlen."
Die Solar-Module bleiben dabei gleich, es kommt nur ein Absorptionskältegerät dazu.


Bildergalerie zur SOLARTEUR-Ausbildung

Hier finden Sie die einzelnen Bilder des Albums. Um eine vergrößerte Ansicht der Bilder zu erhalten, klicken Sie in das Bild.

  • Fachmodul Kältetechnik // Fehlersuche an einer Kälteanlage in Maintal/Fankfurt

    Fachmodul Kältetechnik

  • Fachmodul Wärmepumpentechnologie // Laborübung zur Überprüfung der Leistungszahl und des Gütegrades einer Modellwärmepumpe an der Landesberufsschule Zistersdorf

    Fachmodul Wärmepumpentechnologie

  • Fachmodul SPS (Speicherprogrammierbare Steuerung) // Programmierung verschiedener Steuerungsbeispiele am PC in der Landesberufsschule "Luis Zuegg"

    Fachmodul SPS (Speicherprogrammierbare Steuerung)

  • Fachmodul Solarthermie // Übung zur Erfassung des idealen Neigungswinkels am Sonnenkollektor an der Solarteurschule Szombathely (Ungarn)

    Fachmodul Solarthermie

  • Fachmodul Wärmepumpentechnologie // Laborübung zur Überprüfung der Leistungzahl und des Gütegrades an einer bestehenden Anlage bei Arsenal Research in Wien.

    Fachmodul Wärmepumpentechnologie

  • Fachmodul Brennstoffzellentechnologie // Besprechung des Aufbaues einer Brenntoffzelle und messtechnische Erfassung der Betriebsdaten im Weiterbildungszentrum in Ulm

    Fachmodul Brennstoffzellentechnologie

  • Fachmodul Solarthermie // Laborübungen an einer Solaranlage in der Solarteurschule Güssing

    Fachmodul Solarthermie

  • Fachmodul Kommunikation und Verkauf // Auch Inhalte wie Verkaufspsychologie,Umngsformen und Zeitmanagement oder Serviceorganisation sind in die Ausbildung mit eingebunden

    Fachmodul Kommunikation und Verkauf